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<  -> Gothic Szene Talk

Thema: Was ist nur los mit der schwarzen Szene?

Helvi
Verfasst am: 26 Nov 2017 20:08 Keine Komplettzitate verwenden!
weiblich, 26 Jahre
Wohnort: WM

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Guten Tag allerseits!

Ich bin nun seit etwa 12 Jahren in der schwarzen Szene unterwegs. Damals dachte ich, ich treffe Gleichgesinnte, emphatische Menschen wertvollen Chrarkters. und in gewisser Weise Leidensgenossen, die daher einen sensibleres Verhalten an den Tag legen als die "normalen" Mitmenschen. Die Szene war für mich Anfangs immer ein Rückzugsort. Aber gerade die letzten Jahre enttäuscht mich die Szene immer mehr und ich habe mittlerweile Schwieigkeiten mich mit ihr zu identifizieren. und das hat folgende Gründe:

1. Aggression (z.B.: Absichtliches Anrempel auf der Tanzfläche, Konkurrenzdenken, grundlose Beleidigungen und Lästereien...)

2. Oberflächlichkeit und übertriebene Selbstdarstellung (meiner Meinung nach das schlimmste Übel in der schwarzen Szene)

3. Falschheit/Feigheit/Intriganz

4. Die sich selbsternannte Elite (die alle 3 vorher genannten Punkte verkörpern)

5. gespielte/falsche Toleranz (dabei geht es nicht um die Toleranz an sich sondern um die Scheinheiligkeit vieler)

6. Politisierung (Diese endlosen links/rechts Diskussionen, die zu nichts führen... ich kann es nicht mehr höhren! Von wegen die Szene ist politisch neutral. Sie ist in der Hinsicht der normalen Gesellschaft ganz ähnlich. Da fällt mir als Beispiel vorallem die Hetze und Verurteilung von Neofolkfans, Uniformträgern und allem was in diese Richtung geht vom diesjährigen WGT ein)

7. Kommerzialisierung (Die Schaulustige anlockt sowie Leute, die sich rein aus modischem Interesse in die Szene einschleichen und ansonsten überhauptnichts mit der Szene gemeinsam haben, und so teilweise das Niveau starkt sinken lassen, durch ihr soziales Fehlverhalten. Oftmals stellen sich diese Leute in den Vordergrund und machen die ganze Szene dadurch lächerlich. Wie Punkt 2.)


Wie seht ihr das? Was sind eure Erfahrungen? Vielleicht könnt ihr meine negative Meinung ja ein wenig Umstimmen, denn eigentlich mag ich die Szene, sonst hätte ich ihr den Rücken schon längst gekehrt.

Ich wünsche allen einen guten start in die Woche!
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EMP Gothic

Phönix75
Verfasst am: 26 Nov 2017 21:20 Keine Komplettzitate verwenden!
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Wohnort: Berlin

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Themen: 1
Ich kann mich dir in allen Punkten nur vollumfänglich anschließen.
Einige Punkte werden auch auf dieser Seite erfüllt, die man ziemlich einfach nachlesen kann.

Ich habe mich schon seit Jahren zurückgezogen, weil mir diese Selbstdarstellung und Scheinheiligkeit derart auf den Zeiger ging.
Ich lebe mein eigenes dunkles Leben. Wer daran teilhaben will, muss schon wirklich so ticken wie ich selbst oder zumindest in diese Richtung gehen.

Ich finde die dunkle Seite des Lebens total vielfältig und beschränkt sich so garnicht nur auf das "Goth-Sein". Die Meisten sehen aber nur da die Verbindung.

Generell finde ich, das eine Verrohung, eine Egozentrik und Oberflächlichkeit genauso in der "Szene" Einzug gehalten hat, wie in der Gesellschaft an sich. Demut, Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Empathie sind in der "Szene" genauso abhanden gekommen, wie überall sonst auch. Die Gründe sind vielfältig.

Tja, entweder man zieht sich zurück oder man muss damit leben. Wink

Tut mir leid, dass ich dich da nicht umstimmen kann.
Auch dir wünsche ich eine schöne Woche.
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Wanderfalke
Verfasst am: 26 Nov 2017 21:47 Keine Komplettzitate verwenden!
männlich, 36 Jahre
Wohnort: Jenenser in Magdeburg

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Eigener Titel:
Geflügelter Bote

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"Das Leben soll kein uns gegebener, sondern ein von uns gemachter Roman sein."
Friedrich von Hardenberg (Novalis)
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Demon89
Verfasst am: 26 Nov 2017 22:07 Keine Komplettzitate verwenden!
männlich, 28 Jahre
Wohnort: Jena

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Eigener Titel:
Gefallener Teufel

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Nun, die schwarze Szene ist halt gerade keine homogene Masse. In ihr finden sich die unterschiedlichsten Menschen, die sich über die unterschiedlichsten Sachen (da brauch man nur mal den "Grüß Goth!"-Teil hier durchzulesen) mit den anderen Menschen, welche sich innerhalb der Szene bewegen, identifizieren. Ich glaube es empfiehlt sich meinerseits, erst mal etwas zu deinen Punkten 4, 6 und 7 zu sagen.

6. In der Tat ist es so, dass die Szene im besten Falle unpolitisch ist. Nun hat die Szene aber keinen politischen Kodex oder irgendetwas, dass sie konkret auszeichnet. Die Ansicht, dass die Szene unpolitisch ist resultiert wohl eher daraus, dass es halt keine politische Gemeinschaft ist. In ihr finden sich viel mehr die unterschiedlichsten politischen Ansichten, was solange kein Problem ist, wie man anderen Ansichten toleriert (was nicht heißt, dass man sie gut heißen muss).

7. Wo sich viele Menschen mit Interessen versammeln, sei es das Hören von besonderer Musik oder das Tragen auffälliger/extravaganter Kleidung, da tauchen auch bald Menschen auf, die daraus ihren Profit ziehen wollen. Es ist wohl ein ziemlich natürlicher Vorgang in der Wirtschaft, aber man muss ja nicht alles mitmachen. (Was nicht heißt, das man nicht auch das WGT, Mera oder diverse Konzerte genießen darf Wink )
Es ist aber auch eine Ironie des Schicksals, dass viele, die Individuell sein wollen am Ende beginnen alle gleich zu werden um sich vom Mainstream abzugrenzen aber doch noch auffällig zur Szene zu gehören.

4. Das sich viele aus der Szene als eine Art selbsternannte Elite sieht, ist ebenfalls ein Entwicklungsvorgang, der wohl nicht allzu unverständlich ist (auch, wenn es keine objektiven Gründe dafür gibt). Zum einen grenzt sich die Szene vom Mainstream ab. In einem solchen Abgrenzungsvorgang ist es aus psychologischer Sicht nur natürlich, dass man seine eigene Gruppe besser darstellt als die andere; immerhin unterscheiden sich die Gruppen ja, und man selber ist immer bei der besseren Gruppe. Oftmals verstärkt man das halt durch die Mythen, dass man selber über hervorragende Eigenschaften verfügt, welche die anderen nicht besitzen (egal, ob die "anderen" diese nun wirklich nicht besitzen oder man selbst sie besitzt [wenn man sie selbst nicht besitzt, kann man sie ja immer noch vorspielen siehe Punkt 2, 3, 5, 6]). Außerdem erhöht es die Anzahl der Leute, die Teil der Szene sein wollen, was die Einnahmen erhöhen kann, weshalb sie durch Punkt 7 sehr gut unterstützt werden.


An sich gibt es halt immer solche und solche Menschen, dem sollte man sich immer bewusst sein. Aber um auf deine ursprüngliche Frage zurückzukommen: bis jetzt habe ich mehr positive Erlebnisse in der schwarzen Szene gemacht als negative. Man kommt oftmals gut mit den Leuten ins Gespräch und viele sind auch sehr hilfsbereit. Auch empfiehlt es sich Gruppen zu bilden, denn man kann sich ja zum Glück aussuchen, mit wem man etwas zu tun haben will und mit wem nicht.

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Herbstlaubrascheln
Verfasst am: 27 Nov 2017 09:48 Keine Komplettzitate verwenden!
weiblich, 32 Jahre
Wohnort: Niederbayern/Nähe Passau

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Eigener Titel:
Strange inside.

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Ich bin schwarz unterwegs, seid ich etwa 14 Jahre alt bin - also durchaus eine ganze Weile und ich hab`natürlich auch erlebt, wie sich alles nach und nach verändert hat. Um ehrlich zu sein, ging das teilweise so schnell, dass ich nicht einmal mehr einen bestimmten Zeitpunkt fest machen könnte, an dem plötzlich alles anders war.

Zum einen: Ich selbst sehe durchaus eine Veränderung der Szene. In mir selbst natürlich auch, was eine vollkommen logische Sache ist, wenn man das Alter beachtet, in dem ich anfing, schwarz zu tragen und mein jetziges. Dass da Veränderungen passieren, ist ganz normal. Da sehe ich aber nicht das "Problem" (wenn es denn eines ist für mich eigentlich weniger) an sich.
Du hast vollkommen recht - die Szene ist anders geworden. Und das Argument, dass dieses oder jenes ja unter Stinos "genau so ist", zieht da bei mir eher weniger Wink

Punkt 1: Aggression im eigentlichen Sinne ist mir so gut wie gar nicht begegnet, auch heute nicht. Rempeln und all sowas sehe ich persönlich noch nicht als Aggression, sowas kommt durchaus mal vor, aber nun ja - so dramatisch empfinde ich das persönlich nicht. Ansonsten ist mir noch keine Form von Aggression in der Szene begegnet, auch kein Handgemenge, keine Schlägerei, kein Gepöbel.

Punkt 2: Oberflächlichkeit......hm. Die Schiene der Grufties ist für mich eine der oberflächlichsten überhaupt Razz - das meine ich nun nicht irgendwie schlecht oder böse oder abwertend, sondern es ist einfach mein Eindruck. Kaum wo anders wird dem äußeren Erscheinungsbild so viel Wert beigemessen wie unter Grufties - und nirgendwo anders wird es so sehr zelebriert.
Übertriebene Selbstdarstellung....gut, da muss ich sagen, dieser ganze Model-Scheiß und all das Getue mit Shootings und zu Tode bearbeiteten Katalog-Fotos und Blitzlichtgewitter am WGT geht mir mächtig auf den Wecker und ist mit ein Grund, warum ich mich von der Szene durchaus etwas distanziert habe.

Punkt 3: Feigheit, Falchscheit, Intriganz - da fällt es mir jetzt irgendwie schwer, das irgendwie zuzuordnen. Kannst Du da ein Beispiel nennen?

Punkt 4: Toleranz. Das Wort kann ich nicht mehr hören - und über das Thema habe ich mich schon so oft ausgelassen, dass mir schon beinahe die Worte dazu fehlen. Woher all das Hippie-Getue samt "Bei uns sind alle willkommen" und weiß ich noch alles her kommt, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben.

Punkt 6: Politisierung. Nichts, was mich großartig tangiert, ehrlich gesagt. Ich selbst empfinde die schwarze Szene nicht als politisch und mir sind schon die unterschiedlichsten politischen Gesinnungen unter gekommen. Oberlippenbart-Karneval auf dem WGT finde ich aber nach wie vor scheisse.

Punkt 7: Kommerzialisierung....nun ja, davon halte ich mich schlicht und einfach fern. Ich kaufe nichts in irgendwelchen "Gothic"-Shops, ich kaufe Kleider von der Stange, die ich einfärbe oder sonst irgendwie umändere, wie es mir gefällt, ich brauche keine Killernieten und keine Plateau-Stiefel oder was auch immer, das mir den Alltag nur unnötig erschweren würde, weil`s schlicht und einfach unpraktisch ist, ich gehe mittlerweile nicht mehr auf Festivals, weil die für mich eigentlich kaum mehr Bedeutung haben und mir das alles viel zu viel geworden ist...Es steht ja jedem frei, sein eigenes Ding außerhalb von dem ganzen Kram zu machen.

Oh Laughing da fehlt ja glatt was - die selbst ernannte Elite. Davon bekomme ich ehrlich gesagt so gut wie gar nichts mit, vielleicht bin ich da schon viel zu weit weg von Club und Disco und Festival, um mir da wirklich ein Bild davon zu machen.

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"...bleibt der Brücke doch fern, denn wir tanzen so gern..." (Faun)
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blacksister
Verfasst am: 27 Nov 2017 10:31 Keine Komplettzitate verwenden!
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*irgendwie anders*

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In erster Linie sind schwarze auch nur Menschen, die wie die "Stinos" mit Wasser kochen. Alle schwarzen als "heilige weiße Schäfchen" sehen zu wollen, finde ich als Blick durch die rosarote Brille. Gerade in meinen Anfangsjahren dachte ich auch, die Szene sei tolerant. Hat man ja schließlich überall immer lesen können. Mittlerweile kann ich bei dem Wort "Toleranz" nur noch mit den Augen rollen. In meinen Augen wird die Szene inzwischen tot toleriert. Es ist kein Wunder, dass die Szene sich vom Urpsrung entfernt hat. Sie ist viel zu offen geworden und jeder kann seine Einflüße mit einbringen. Kein Wunder, dass Dinge wie Elitedenken und Kommerz Nährboden fanden. Es gibt ja auch genug Szenegänger, die den Kommerz ordentlich unterstützen.
Persönlich finde ich es nicht schlimm, wenn sich schwarze von anderen schwarzen abgrenzen wollen. Selber will ich auch nicht mit jedem, der sich Ansatzweise der Szene verbunden fühlt, in einen Topf geworfen werden. Bisschen Elitedenken im Sinne von Gleich und Gleich gesellt sich gern, finde ich ok. Genauso find ich es nicht schlimm, wenn man Wert auf das Äußere legt. Aus meiner Sicht hat die Szene neben ihren lockeren und weiten Look bzw. zerissenen Look auch immer einen Hauch edles schickes gehabt (damit meine ich nicht dieses Übertriebene beim vikt. Picknick). Warum soll man nicht zeigen wer oder was man ist und was einem gefällt. Die Optik ist neben der Musik und dem "Gedankengut" ein wichtiger Punkt.
Bisschen beisst sich das für mich, wenn man eine offene, tolerante Szene will und gleichzeitig sich über Oberflächlichkeit ect. beschwert.

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Ach und könnt' ich doch nur ein einz'ges Mal
die Uhren rückwärts drehen!
Denn wie viel von dem,
was ich heute weiß,
hätt' ich lieber nie gesehn.


(Wolfsheim - Kein zurück)
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izento
Verfasst am: 27 Nov 2017 13:26 Keine Komplettzitate verwenden!
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Der Meister

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Als ich den Eingangspost gelesen habe dachte ich so: Das hättest du auch geschrieben haben können.

Das wäre dann allerdings vor etwa 25 Jahren gewesen und statt "schwarzer Szene" hätte es dann Grufti-Szene geheissen.
Die Konsequenz hieß für mich (und andere) damals die "Grufti-Szene" für ein paar Jahre zu verlassen und mich in anderen "Szenen" herumzutreiben, in denen ich eher "Gleichgestörte" fand.

Nun bin ich seit etwa 13 Jahren wieder in der "schwarzen Szene" und alles scheint sich zu wiederholen. Sad

Insbesondere die Punkte 1 - 3 stelle ich allerdings auch in anderen Bereichen fest in denen ich mich rumtreibe. Vielleicht ist es einfach ein gesamt-gesellschaftliches Phänomen der sogenannten "Subkulturen".

_________________
"... Alle, die von Freiheit traeumen, Sollen's Feiern nicht versaeumen, sollen tanzen auch auf Graebern. Freiheit, Freiheit, Ist das einzige, was zaehlt. ..." (Westernhagen)

Die Zeit heilt keine Wunden. Die Zeit lässt nur das Fleisch faulen.

Follow your dreams and be TRUE to yourself.

Der alte Narr sagt: Ich bin ein alter Weiser. Der alte Weise sagt: Ich bin ein alter Narr.
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Ceridwen
Verfasst am: 27 Nov 2017 16:22 Keine Komplettzitate verwenden!
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Kesseltante

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1. Aggression

Aggression habe ich schon immer erlebt und die Szene war in meinen Augen noch nie eine Ausnahme. Leider. Was nach meinem Empfinden zugenommen hat, sind aber diese kleinkarrierten Aktionen, wie das absichtliche Anrempeln, das du auch genannt hast. Aber auch das war "früher" nicht unbekannt.

2. Oberflächlichkeit und übertriebene Selbstdarstellung

Was ist für dich übertrieben? Ich habe früher geglaubt, ich könnte nichts und dürfte deshalb auch nichts von mir zeigen - egal ob Genähtes, Geschriebenes, Gesungenes oder was auch immer. Mir war meine Kreativität sogar peinlich. Das ständige Mantra der ach so tollen Bescheidenheit hat es für mich nicht einfacher gemacht.

Heute kann ich sagen: Ja, ich bin nicht perfekt, aber ich darf mich zeigen und ich darf meine Schöpfungen zeigen - und ich darf auch stolz darauf sein.

Vielleicht ist das für dich "übertriebene Selbstdarstellung", für mich ist das gesundes Selbstbewusstsein. Umgekehrt freue ich mich auch, wenn andere etwas zeigen und stolz darauf sein können. Ich liebe Kunst in ihren verschiedenen Formen - damit ich sie finden kann, muss sie jemand allerdings erst auf irgendeine Weise ausstellen.

Das kann übrigens auch das eigene Outfit sein. Auch Mode und Make-up können Kunst sein; sogar eine sehr persönliche Form von Kunst.

Ich finde es auch okay, die eigene Person darzustellen. Individualität gilt im Allgemeinen als eine der Säulen der schwarzen Szene. Warum soll man diese Individualität nicht darstellen?

Selbstdarstellungen finde ich kritisch, wenn es nur darum geht, anderen zu gefallen oder andere zu übertrumpfen. Aber sich selbst darzustellen, so wie man nunmal ist, ist in meinen Augen etwas Gutes.

3. Falschheit/Feigheit/Intriganz

Dazu kann ich nicht viel sagen, zumal ich nicht sicher bin, worauf du mit diesem Punkt hinaus willst. Ich fand die Szene in dieser Hinsicht nie besser als "normale" Menschen. Im Gegenteil, ich habe eher den Eindruck, dass über kleine Intrigen das Aggressionspotenzial ausgelebt wird, das bei direkten Konfrontationen eingespart wird.

4. Elite

Auch diesen Punkt sehe ich kontrovers. Was ist eine Elite? Mir wird oft vorgeworfen, ich würde mich doch bestimmt als Angehörige einer (nicht näher definierten) Elite betrachten - aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Auch hier kann ich inzwischen aber auch sagen: Ich muss nicht alles mitmachen, um "cool" zu sein. Diese Einstellung finden manche bereits elitär... Außerdem finde ich ein bisschen Bildung sympathisch. Cool Wenn das elitär ist, sehe ich kein Problem damit.

Leute, die sich für besser als andere halten, gab es schon immer und wird es auch immer geben - egal wo, egal wer, egal wann. Allerdings sehe ich auch die Gefahr, Selbstbewusstsein mit Elitarismus zu verwechseln.

5. gespielte/falsche Toleranz

Ich finde es eher problematisch, dass zum Teil auch Positionen toleriert werden, die einfach nicht toleriert werden sollten, z.B. Rassismus. Das wird dir vielleicht nicht gefallen, denn...

6. Politisierung

...siehst du anscheinen als Problem. Die Szene war noch nie neutral, sie war aber schon immer politisch divers. Da du auch "Feigheit" genannt hast: Ich finde es feige, sich bei bestimmten Themen nicht zu positionieren und z.B. bei "vergasen"-Kommentaren ohne Not zu schweigen.

Politische Neutralität gibt es übrigens nicht. Sich nicht zu äußern oder zu sagen, es sei einem egal, ist auch eine Positionierung.

Ich bin ein relativ politisch eingestellter Mensch, ohne extrem zu sein und ohne ständig bei irgendwelchen Aktionen oder Petitionen mitzurennen. Politische Themen beschäftigen mich und dieses Denken ist ein Teil von mir. Das hat nichts mit meinem Gothsein zu tun, aber ich lasse es mir auch nicht verbieten.

Ich würde mich oft wünschen, dass bestimmte Diskussionen erst gar nicht geführt werden müssten. Manchmal ist das aber notwendig, Schweigen ist in dem Fall eine sehr schlechte Lösung.

7. Kommerzialisierung

Vor 12 Jahren war das noch viel schlimmer, finde ich. Überleg mal: Überall gab es gruftige, alternative und schwarzromantische Kleidung zu kaufen, Emos hatten ihre Hochphase, es gab bereits die meisten Gothic-Läden von heute, die Musikbranche war schon so professionalisiert wie heute, Gigers "Necronomicon" lag wie selbstverstänlich in Buchhandlungen aus … Der Hype um Victoria Frances (Schreibweise?) hat auch deutlich nachgelassen. Claudi666 war bei meinen "normalen" Klassenkameraden der Renner und über sie habe ich überhaupt erst von Claudi erfahren. Nostalgie! Laughing Zurück zum Thema.

Kommerzialisierung kann auch einen positiven Aspekt haben. Geld erkauft im wahrsten Sinne des Wortes Ressourcen wie Zeit, Material und eben auch Geld für Miete, Essen, Steuern und Sozialversicherung. Daraus lässt sich Neues schaffen, aber auch einfach überleben. Wenn ich daran kein Interesse habe, muss ich es ja nicht unterstützen. Dass andere das tun, kann ich kritisieren - und tue ich auch (das ist immerhin auch ein gesellschaftspolitisches Them- ... Oh! Cool), aber "Kommerzialisierung" pauschal zu verurteilen, halte ich für falsch.

Welche Aspekt der Kommerzialisierung stört dich denn konkret? Ich nehme an, du hast kein Problem damit, wenn ein Musiker seine Miete zahlen kann und eine Autorin ab und zu etwas essen darf.

_________________
„Mein Leben ist eine fortlaufende Anstrengung, mich dem Alltäglichen zu entziehen.“
(Sherlock Holmes / Arthur Conan Doyle)

Jeder Fantasterei folgt ein Tross von Realitäten.
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Der Glöckner
Verfasst am: 27 Nov 2017 19:49 Keine Komplettzitate verwenden!
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Was du beschreibst hat nicht ausschließlich mit der Szene zu tun.

Punkt 1: Die Menschen werden ganz allgemein etwas asozialer da seit Generationen in der Erziehung zu vieles vernachlässigt wird. Dadurch entstehen Menschen, die sich einiges erlauben, da sie keine Konsequenzen kennen. Es fehlt unter anderem auch die soziale Erziehung, da Kinder immer öfter isoliert vor dem Rechner aufwachsen. Konkurrenzdenken hingegen, ist ein gewöhnliches Nebenprodukt des menschlichen Dranges, sich als gut darstellen zu wollen um auf sich aufmerksam zu machen. Man möchte quasi darauf achten, dass man an der Spitze steht und diese Position halten, um mehr Auswahlmöglichkeiten bei der Partnerwahl zu haben. Diesbezüglich gibt es interessante Studien und Versuche, die mit Affen durchgeführt wurden, sehr interessante Literatur.

Punkt 2: Ebenfalls ein allgemeiner Faktor. Durch das Internet fällt es dem Menschen extrem einfach zu lügen und sich in ein gutes Licht zu rücken, daher tun sie alles, um auch im realen Leben den Schein zu wahren. Darüber hinaus, haben auch viele schlichtweg Probleme mit dem Selbstbewusstsein. Viele Frauen suchen Bestätigung da es nicht selten vorkommt, dass Menschen aus der schwarzen Szene, in der Jugend oder Kindheit oft gemobbt wurden. Das äußert sich unter anderem darin, dass man möglichst Freizügig oder auf sonst irgend eine Weise optisch auffällt. Die Männer hingegen kompensieren dies häufig durch wechselnde Partner oder übertriebener Selbstdarstellung in den Medien. Hierbei werden oft Themen wie Finanzen, physische Stärke oder angebliche Erfolge im Leben verwendet.

Punkt 3: Sind alle Menschen und zwar schon seit Anbeginn der Zeit. Daran wird sich denke ich nie etwas ändern.

Punkt 4: Da denke ich tatsächlich etwas kontrovers. Ich finde es schon wichtig, dass es eine Elite gibt die versucht, dass sich die Szene selbst treu bleibt. Das Problem ist nur, dass diese Elite es selbst nicht ist und die älteren Goths die es sind, zahlenmäßig völlig unterlegen sind und ohnehin keine Geduld haben, gegen eine Wand zu reden.

Punkt 5: Verstehe nicht was genau damit gemeint sein soll. Die Tatsache, dass es Techno bis in die Schwarze Szene geschafft hat zeigt, dass sie wohl zu tolerant ist/war.

Punkt 6: Naja Gruftis sind halt auch Bürger und somit politisch eben auch aktiv und wahlberechtigt. Da ist es nicht schlimm wenn man mal über Politik redet. Das Problem sehe ich eher darin, wenn Menschen irrational auf emotionaler Basis argumentieren. Dadurch entstehen oft sinnlose Diskussionen wo Menschen aus dämlicher Wut heraus, einfach nur ihre Meinung den Personen gegenüber, verbal einprügeln.

Punkt 7: Gebe ich dir recht, da lässt sich allerdings aber etwas gegen machen. Einfach das Label oder die Musikgruppe/Musiker Boykottieren. Bei Festivals den Raum verlassen wenn der Musiker auftritt, die CDs nicht mehr kaufen, negative Rezensionen schreiben, über die Medien die Musikgruppe/Musiker mit den Defiziten öffentlich konfrontieren.

Das war der erste Glöckner, mit den Nachrichten.
*Komische Abspannmusik*

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"Millionen Jahre an Evolution und sie sind immer noch total aus dem
Häuschen wenn sie bunte Lichter sehen und laute Geräusche hören."

- Der Glöckner
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CharlotteSchlotter
Verfasst am: 11 Jan 2018 19:15 Keine Komplettzitate verwenden!
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Die romantische Wunschvorstellung, in der Szene würden sich nur Gleichgesinnte mit gleicher Wellenlänge rumtreiben, hab ich auch sehr schnell über Bord geworfen. In der Szene sind ebenso unterschiedliche und mehr oder weniger sympathische Menschen unterwegs, wie anderswo auch.

Andererseits kann man "Szene" finde ich auch nicht verallgemeinern. Es kommt immer auf die Leute an, mit denen man sich umgibt. Es gibt so viele Facetten, das ist kaum zu verallgemeinern.

Aggression ist mir in der Szene noch nie aufgefallen, im Gegentel. Völlig egal, wo und mit welchem Szene Publikum.

Oberflächlichkeit und übertriebene Selbstdarstellung sieht man finde ich viel am Rande von Festivals, wo auch eine gewissen Öffentlichkeit ist.
Selbstdarstellung als Ausdruck seiner individuellen Persönlichkeit finde ich völlig in Ordnung. Und wenn man sich so auslebt auf Veranstaltungen - warum nicht?

Was ich problematisch finde, wenn damit nur Aufsehen erregt werden soll. Wenn also das Schaulaufen und gesehen werden im Vordergrund steht. Auf dem WGT sieht man vielen Selbstdarstellern ihren Bezug zur Szene optisch ja nicht mal an. Und da ist für mich auch der Punkt, wo ich in Frage stelle, ob wir hier überhaupt über Szene sprechen.

Falschheit/Feigheit/Intriganz ist mir bisher in der Szene nicht mehr oder weniger untergekommen als überall anders auch.

Die sich selbsternannte Elite kann ich auch nicht so recht verorten. Eine gewisse elitäre Attitüde soll der Szene wohl anhaften und das finde ich auch ok. Im Sinne von, wir wollen unter uns bleiben. Aber das findet kaum noch so statt, Stichwort Toleranz.

In Sachen Toleranz sehe ich zwei Seiten. Einmal die Offenheit gegenüber jeglicher Art von Abweichungen von der Norm. Sei es optisch, Vorlieben etc. Toleranz gegenüber jeglichen szenefremden Einflüssen, die sich breit machen (Techno, Kostümierungsorgien) finde ich problematisch.

Politisierung ist hier und da zu beobachten. Ich finde, das hält sich die Waage. Politisch Stellung zu beziehen, finde ich wichtig. Man legt als Grufti in der Szene seine politischen Ansichten ja nicht ab.

Kommerzialisierung finde ich wirklich schwierig und mitunter auch problematisch. Vieles, dass auf massentauglich gemacht wird, sagt mit persönlich nicht zu (die Gothic Käseblättchen, komische Musik Compilations mit halbnackten Frauen auf dem Cover, billige Bondage Mode von der Stange). Andererseits gibt es auch kommerzfreie Ecken in der Szene, man muss sie sich nur suchen.

Letztendlich ist Szene auch das, was man selber drauß macht, die Veranstaltungen, die man besucht und die Leute, mit denen man sich umgibt. Unangenehme Randerscheinungen kann man auch einfach mal ausblenden.
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